Mit dem Caravan unterwegs

 

Campen macht Spaß – aber das wissen Sie ja bestimmt schon. Und mit der – eigenen – oder gemieteten rollenden Ferienwohnung, klappt es gleich nochmal so gut. Aber, was ist dabei zu überlegen, bevor es losgeht?

Wir haben nachstehend einige Anregungen zusammengefasst, über die man sich Gedanken machen sollte – möglichst ehe man aufbricht.

 

Mieten oder kaufen?

Wenn Sie „nur“ mal probieren wollen und die nachstehend aufgelisteten Fragen mit „ja“ beantworten können, dann starten Sie doch mit einem Mietcaravan. Vermietstationen findet man über den Fachhandel oder bei einer Internetrecherche auf den entsprechenden Plattformen.

Obwohl ein Caravan in der Regel günstiger in der Anschaffung ist als ein Reisemobil, muss man doch einiges dafür ausgeben und da sollte man sicher sein, ob der Caravan-Urlaub ein neues Hobby wird. Daher, lieber erst mal probieren.

Bitte bedenken: Kaufen bedeutet derzeit aufgrund von Lieferengpässen eine lange Wartezeit, so dass man hier keineswegs von jetzt auf gleich einen Erfolg verbuchen kann. Und auch der Gebrauchtfahrzeugmarkt ist derzeit nicht besonders gut gefüllt, denn diejenigen, die sich sonst ein Neufahrzeug kaufen würden, behalten ihren „Alten“ jetzt einfach länger.

Es gibt übrigens auch die Gelegenheit, mit dem eigenen Pkw direkt zu den Campingplätzen zu fahren und sich dort einen feststehenden Caravan, eine Hütte oder ein Zelt zu mieten, wenn man es „nur“ probieren möchte und erfahren will, ob der Aufenthalt auf dem Campingplatz der Familie gefällt.

Unser Tipp: Eins ist in jedem Fall wichtig: Planen Sie frühzeitig Ihren Urlaub. Camping ist eine beliebte Ferienform und erfahrungsgemäß sind, gerade in der Hauptsaison, die vorhandenen Fahrzeuge schnell weg. Gleiches gilt für die besten Stellplätze auf den Campingplätzen.

 

Welcher Grundriss?

Bei jedem Hersteller gibt es in jeder Baureihe unterschiedlichste Grundrisse mit Doppelbett, französischem Bett, Queensbett, Etagenbetten, Hubbetten und jeder Menge anderer Kleinigkeiten, die zu bedenken sind. Also, alle, die mitfahren, gehören auch zur Entscheidung dazu. Und zwar gleichgültig, ob man „nur“ mietet oder ob man kauft. Schließlich will man sich im Urlaub ja wohlfühlen.

 

Darf ich mit dem Caravan überhaupt los?

Einen Caravan hängt man an sein eigenes Auto dran. Das heißt, das Zugfahrzeug braucht schon mal eine Anhängerkupplung und es gilt zusätzlich noch so einiges zu prüfen:

  • Wohnwagen, auch einachsige Wohnwagen, sind breit. Ein Wohnwagen kann in Deutschland und den meisten europäischen Ländern bis zu 2,55 m breit sein. Die Länge des Anhängers darf maximal 12 Meter betragen und die Gesamtlänge des Gespanns, also Pkw und Anhänger: 18 m. Das heißt, es empfiehlt sich dringend, vorher auszuprobieren, ob man nicht noch zusätzliche Rückspiegel benötigt. Und ein bisschen Übung in bekannten Gebieten kann auch nicht schaden. Den Einweiser, der zur Not aussteigt und den Weg vorgibt, hat man ja ohnehin an Bord.
  • Passt die zulässige Anhängelast oder die zulässige Stützlast des Pkw oder wird sie überschritten? Die Angaben zur Anhängelast stehen im Fahrzeugschein oder in der Bedienungsanleitung. Angaben zur Stützlast sind hier, oder auf einem Schild in der Nähe der Anhängerkupplung zu finden. Diese Angaben sollte man einhalten, denn sonst kann es zu Schäden am Fahrzeug kommen.

 

Passt mein Führerschein?

Alle diejenigen, die ihre Führerscheinprüfung vor 1998 gemacht haben, sind auf der sicheren Seite, sie dürfen fahren. Wer den Führerschein danach gemacht hat, benötigt eine Führerscheinerweiterung, wenn er ein Gespann ziehen will, das die, für B-Führerscheine zulässige Gesamtmasse von 3,5 Tonnen überschreitet. Diese Erweiterung des B Führerscheins und heißt B96. Die 96 ist eine sog. Schlüsselzahl.

Diese Erweiterung wird benötigt, wenn die Gesamtmasse des Wohnwagengespanns (Zugfahrzeug und Caravan) bis zu 4,25 Tonnen beträgt. Um diese Fahrerlaubnis der Klasse B mit der Schlüsselzahl 96 zu erwerben, braucht man zusätzlich einen 1-tägigen Kurs an einer Fahrschule. Das sind rund 7 Stunden, die standardisiert ablaufen und aus Theorie, Praxis und Fahrpraxis im Straßenverkehr bestehen. Eine abschließende Prüfung gibt es nicht. Man erhält eine Bestätigung der Fahrschule, die man bei der Führerscheinstelle vorlegt und die dann in den Führerschein eingetragen wird. Sie ist unbeschränkt gültig und kann übrigens auch genutzt werden, wenn man ein Boot zieht, mit einem Pferdeanhänger unterwegs ist oder beispielsweise beim Umzug einen Anhänger fährt.

Unser Tipp: Auch wenn man ein „alter Hase“ ist – sobald man sich unsicher fühlt, helfen ein paar Stunden in der entsprechenden Fahrschule, bei denen man das „Hängerfahren“ – wieder – trainieren kann. Das geht in jedem Fall ohne Prüfung.

 

Brauche ich für den Anfang gleich campinggerechtes Equipment?

Nein. Wenn Sie den mobilen Urlaub ausprobieren wollen, dann können Sie das für den Anfang problemlos mit dem machen, was Sie daheim haben. Das reicht vom Schlafsack bis zum Kopfkissen, vom Küchengeschirr über sorgfältig verpackte Gläser bis zum Teller. Es muss ja nicht gleich das „gute“ Porzellan sein, das man mitnimmt. Wichtig wäre es aber schon, darauf zu achten, dass die Dinge möglichst unzerbrechlich, oder mindestens gut verpackt sind. Später, wenn Sie sich dann für das neue Hobby entschieden haben, macht es durchaus Spaß, sich hier neu einzurichten!

Und außerdem wollen sich in den Ferien doch alle erholen und dazu gehört sicherlich auch, dass man öfter zum Essen geht.

 

Zeit mitbringen

Wenn Sie in den Urlaub starten, sollten Sie nicht in Hetze unterwegs sein. Gemietete Fahrzeuge ruhig ein paar Tage früher holen, sie wollen in Ruhe bepackt sein, ohne überladen zu werden. Auf den Straßen sind maximal (entsprechende Zulassung vorausgesetzt) Tempo 100 erlaubt, also ist es am besten, entspannt in die schönsten Tage des Jahres zu cruisen. Das gilt übrigens auch für den Heimweg. Die Erholung hält erfahrungsgemäß länger, wenn man nicht erst am Abend ankommt und am nächsten Tag wieder ins Büro muss.

 

Vorteil vom Urlaub mit dem Caravan

Unabhängigkeit: Nach dem Ankommen richtet man seinen Caravan am Campingplatz ein und hat dann den Pkw dabei, um vor Ort Ausflüge zu machen, zum Einkaufen zu fahren und die Umgebung zu erkunden.

Leichte Pflege: Wenn Sie sich für einen Caravan entscheiden, dann gibt es vergleichsweise wenig Pflegeaufwand, da der Caravan „nur“ die Wohnung ist und das Zugfahrzeug den Antrieb übernimmt und normalerweise mehr Sorgfalt braucht. Ein „normaler“ Hausputz reicht also in der Regel völlig. Im Caravan muss natürlich von der Gasanlage bis zur Wasserversorgung alles regelmäßig überprüft werden, das ist aber normalerweise wirklich schnell und leicht durch den Fachhandel erledigt.

Geringe Anschaffungskosten: Natürlich wird alles teurer. Aber es ist noch immer preisgünstiger, sich einen durchschnittlichen Caravan anzuschaffen, als ein Reisemobil oder einen Kastenwagen.

Alltagstauglichkeit: Das Zugfahrzeug nutzt man daheim für den Alltag. Der Führerschein für Gespanne ist durch die Erweiterung auf B 96 preiswerter.

Familienfreundlich: Camping mit einem Caravan ist familienfreundlich. Jeder findet leicht „seinen“ Rückzugsort. Auf den Campingplätzen wird gerade den jungen Campern viel geboten, so dass die Eltern auch Zeit für sich selbst haben und wissen, dass ihr Nachwuchs nicht nur bestens aufgehoben ist, sondern auch viel Spaß hat.

Unser Tipp: Überlegen Sie schon vor der Anschaffung, wo Sie Ihre rollende Ferienwohnung parken, wenn Sie nicht im Urlaub sind, sprich: besorgen Sie sich gleich zu Anfang einen möglichst trockenen Unterstellplatz. Auf der Straße dürfen Sie mit einem abgekuppelten Caravan nämlich nicht länger als zwei Wochen parken.

 

Nachteile

  • Das Fahren, auch mit dem entsprechenden Führerschein, will geübt sein. Das wird häufig als schwierig empfunden.
  • Es wird eine Führerscheinerweiterung oder gleich ein anderer Basisführerschein notwendig. Beide sind aber problemlos auch im Alltag nutzbar. Man muss das einfach abwägen.
  • Ein Abstellplatz für einen Wohnwagen kostet und muss erst, möglichst in Wohnortnähe, gefunden werden. Daher sollte man sich frühzeitig darum kümmern.
  • Was für den einen ein Vorteil ist – das langsame Cruisen mit maximal Tempo 100 – ist für den anderen ein Nachteil. Es bedarf Geduld, um ans Urlaubsziel zu kommen.
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