Kultur für Kurzentschlossene:
UNESCO-Weltkulturerbe in Verbindung mit der Europa Rally in Swidnica

Verbinden Sie doch einmal eine Kulturfahrt mit einer Europa Rally. Die diesjährige Europa Rally findet in Swidnica (früher Schweidnitz) in Niederschlessien statt. D

Friedenskirche: Autor: Andrzej Pawłowicz,

Friedenskirche: Autor: Andrzej Pawłowicz,

 

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Panorama der Stadt Świdnica (Schweidnitz- mit dem Blick auf den Rathausturm im Vordergrund) Autor: Tomasz Pietrzyk

ie dortige Friedenskirche ist die größte Fachwerkkirche ihrer Art und steht auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes: Zu den Beschlüssen des Westfälischen Friedens im Jahr 1648 gehörte die Erlaubnis für die schlesischen Protestanten, drei “Friedenskirchen” zu bauen: in Glogau, Schweidnitz und Jauer. Allerdings musste eine ganze Reihe von Bedingungen erfüllt werden: Steine und Ziegel waren als Baumaterial verboten, nur Holz, Lehm und Stroh durften verwendet werden.

Vom Austragungsort der 54. Europa Rally, die vom 21.-25.Mai in Swidnica stattfindet, ist die Friedenskirche lediglich 3 km entfernt und kann leicht besichtigt werden. Im fakultativen Rallyeprogramm werden insgesamt 10 betreute Ausflüge angeboten. Viele Ausflüge sind mit einem Reisebus organisiert und beinhalten u. a. ein gemeinsames Essen. Spazierend durch Swidnica – Sehenswertes am Austragungsort Swidnica u.a. Besichtigung der Friedenskirche. Vom Mittelalter bis zum II. Weltkrieg – ober- und unterirdische Befestigungsanlagen des Komplex „Riese“. Wunder der Technik – Große Lokomotiven und Eisenbahnaussstellung. Auf den Spuren von Prinzessin Daisy – Schloss Fürstenstein verbirgt heute noch verborgene Geheimnisse. Wroclaw – 1000-jährige Tradition der Hauptstadt Niederschlesiens. Festung Srebrna Gora  - Größte Bergfestung in Europa. Sanktuaria Maryjne – Barocke Basilika zu Ehren der Mutter Maria. Auf der Zisterzienser Route – Abtei in Henrykow.  Festung Klodzko – wunderbar erhaltene mittelalterliche urbane Strukturen. Komplex Riese – unterirdische Waffenfabriken.

Alle Rallyeteilnehmer die früher anreisen werden auf dem Campingplatz Nr. 231 in unmittelbarer Nähe zum Rallyegelände aufgenommen. Der Veranstalter gibt die Zusage, während des gesamten Aufenthaltes (vor der Rallye und während der Rallye) den Stellplatz nicht wechseln zu müssen. Sollte der Campingplatz von der Kapazität nicht ausreichen, werden die Teilnehmer in unmittelbarer Nähe installiert. Diese Plätze werden mit Wasser- und Stromanschluss ausgestattet. Für den Zeitraum 17. bis 31.Mai 2015 gelten folgende Spezialpreise pro Nacht: Zelt 4,50zt, Wohnmobil/Camper 9,00zt, Wohnwagen 5,40zt, Auto 3,60zt, Übernachtung pro Person 5,40zt, Stromanschluss 8,10zt, Duschen pro Person 4,50zt, Motorrad 4,50zt, Benutzung der Waschmaschine 2,70zt und Haustiere 4,50zt. Der  Umrechnungskurs beträgt ungefähr 4zt = 1 Euro.

Auch kurzfristige Anmeldungen sind noch möglich. Ausschreibungen gibt’s per Mail von Erich-sb@gmx.de, telefonisch unter 0173 / 6668508 und postalisch unter:  Erich Reidenbach, An den Ziegelhütten10, 66127 Saarbrücken.

Erich Reidenbach Comité Rallye Europe

 

Bildernachweis für beide Bilder:

Panorama der Stadt Świdnica (Schweidnitz- mit dem Blick auf den Rathausturm im Vordergrund) Autor: Tomasz Pietrzyk.

Friedenskirche: Autor: Andrzej Pawłowicz

 

 

 

 

54. Europa Rallye in Swidnica

Tipps zum polnischen Mautsystem von Steffen Hoffmann erhalten Sie zum Download hier: Viatoll_Tipps

oder nachstehend zum Lesen:

Viatoll-Mautsystem in Polen

Seit dem Jahre 2012 werden in Polen Mautzahlung auf weiteren Straßen erhoben. Dazu hier ein kleiner Erfahrungsbericht. In Polen wird zwischen Maut auf kommerziellen Straßen mit Gebühren für alle Nutzer (z.B. A2 ab Grenze in Richtung Warschau) und bestimmten allgemeinen Straßen (Autobahnen und Nationalstraßen), auf denen u. a. Fahrzeuge und Gespanne ab 3,5 t zGG mautpflichtig sind, unterschieden. Bei Letzteren erfolgt die Bezahlung über das polnische System „viatoll“. Die kommerziellen Strecken sind bereits deutlich vor dem Auffahren als „Platny – Bezahlen“ gekennzeichnet. Dagegen sind die viatoll-Mautstrecken zwar auch mit einem Schild gekennzeichnet, jedoch steht dieses oft erst am Beginn der mautpflichtigen Strecke und erlaubt kein Ausweichen mehr.

Da unser Gespann 70 kg über der Gewichtsgrenze lag, galt es, sich mit dem Mautsystem vertraut zu machen. Ein ignorieren und ggf. eine Strafe zahlen ist bei angedrohten 3.000 Zl keine wirkliche Alternative.

Das Mautsystem selbst ist ein Prepaid-System mit einer elektronischen Box (Kaution 120 Zl), welche an der Windschutzscheibe befestigt wird. Leider ist die Box nicht im Vorfeld zu bekommen. Sehr ausführliche Informationen können über das Internet bezogen werden. Die Seite dazu ist www.viatoll.pl und kann auf der Startseite auf Deutsch umgestellt werden. Mittlerweile gibt es auch eine gute Telefon-Hotline unter +48/22 521/10 10, bei der nach Eingabe der „3“ in den Sprachcomputer Informationen auch in Deutsch zu bekommen sind.

Ein entsprechender Vertrag zur Nutzung der Mautstrecken kann an einer Distributionsstelle geschlossen werden, welche sich an der Grenze oder in relativer Grenznähe befindet. Dies sind in der Regel manche Tankstellen der Ketten BP, Orlen und Lotos. Eine Liste mit diesen grenznahen Stationen wird künftig sicherlich in den Reiseunterlagen der Touristikabteilung zu finden sein. An Dokumenten werden zum Vertragsabschluss nur der Ausweis und die KFZ-Papiere benötigt. Ein kleiner Schreibblock und Stift können sich bei der „Unterhaltung“ als äußerst hilfreich erweisen, zumal davon ausgegangen werden muss, dass auch in Grenznähe die Angestellten der Distributionsstellen nicht unbedingt Deutsch sprechen. Den mehrseitigen Vertrag in polnischer Sprache kann man sicher bedenkenloser unterschreiben als jeden deutschen Versicherungsvertrag.

Nach dem Bezahlen von Kaution und Prepaid-Betrag (mind. 120 Zl) sowie dem Befestigen der Box geht die Reise weiter. Bei jedem Durchfahren einer Mautbrücke gibt es ein kurzes „Piep“ und vom Konto wird der Betrag von ca. 0,30 Zl pro Km abgebucht. Für eine Reise z.B. bis Krakau und zurück sind wir mit 130 Zl (etwa 35,-€) ausgekommen. In etwa hatten wir diesen Betrag im Vorfeld ermittelt, so dass bei der Abgabe der Box (ohne Kündigung des Vertrages) nur noch ein relativ geringes Guthaben auf unserem Konto war. Dazu muss aber gesagt werden, dass wir nicht ausschließlich mautpflichtige Straßen gefahren sind. Weiter habe wir auch einige Streckenabschnitte passiert, welche sichtbar zur Mauterfassung vorbereitet wurden. Als Info, welche Straßen weiter in das System einbezogen werden, hilft nur die erwähnte Internetseite. Selbst neueste Karten können da nicht aktuell sein und auch Navigationsgeräten traue ich keine bessere Aktualität zu.

Vor Verlassen des Landes haben wir die Box zurückgegeben und dafür eine Quittung erhalten. Da wir dabei den Vertrag nicht gekündigt haben, ging dieses zügig. Wichtig dabei ist, sich rechtzeitig über die letzten Tourenabschnitte klar zu werden, damit man nicht zu einer Distributionsstelle zurück ins Landesinnere fahren muss. Die Kaution wurde innerhalb von knapp zwei Wochen unserem Konto gutgeschrieben, die Abrechnung der genutzten Strecken erfolgt ca. zum 20. des Folgemonates per Brief. Laut telefonischer Auskunft der bereits erwähnten Hotline wird jetzt die Kaution direkt bei Rückgabe des Gerätes ausgezahlt und der restliche Prepaid-Betrag auf das Konto zurücküberwiesen.

Auch wenn keiner gern extra bezahlt, so kann doch gesagt werden, dass das viatoll-System sehr praktikabel ist. Es hat uns vor Überraschungen bewahrt (die schon erwähnte Kennzeichnung oder besser zu späte Kennzeichnung der Straßen). Ein Ausweichen auf andere Straßen wird von uns nicht empfohlen. Zum einen verlängert sich die Fahrstrecke unberechenbar, zum anderen ist die Ausschilderung lückenhaft und der Zustand dieser Straßen oft deutlich schlechter.

Ich beantworte gern weitere Fragen oder gebe Hinweise. Kontaktdaten siehe LV Mecklenburg-Vorpommern.

Steffen Hoffmann