Na, wären Sie auch schon wieder gerne unterwegs und können gar nicht mehr aufs Frühjahr und die erste reguläre Campingtour warten? Dann versuchen Sie es doch einfach mal mit Wintercamping.

Zugegeben, ein Aufenthalt im Winter will entsprechend vorbereitet sein. Wir haben Ihnen einige Tipps zusammengestellt, die Sie natürlich entsprechend berücksichtigen sollten. Und da ist zunächst mal ganz einfach: Bereiten Sie Ihren Winterurlaub vor. Nachdem man für einen entspannten Winterurlaub, vor allem in einem schneereichen Winter, ein bisschen mehr Vorbereitung benötigt, gibt es bereits im Vorfeld einiges zu bedenken.

Suchen Sie sich Ihren Campingplatz sorgfältig aus. Achten Sie darauf, dass nicht nur die nächste Piste oder Loipe in der Nähe ist, sondern dass auch die Einrichtungen des Platzes so ausgestattet sind, dass Sie vielleicht den einen oder anderen grauen Wintertag dort überstehen können. Ebenfalls von Nutzen: Skiräume und spezielle Räume, wo Sie beispielsweise die nassen Winterklamotten zumindest vortrocknen können. Zu viel Feuchtigkeit macht sich einfach nicht gut in Caravan und Reisemobil. Bei dieser Planung hilft der DCC Campingführer Europa 2017, der bereits erhältlich ist ebenso, wie ein Blick in www.3in1campen.de, wo wir Ihnen inzwischen über 10.000 Campingmöglichkeiten anbieten können. Die Plätze, die bestens fürs Wintercamping geeignet sind, sind da speziell mit entsprechenden Symbolen gekennzeichnet. Allerdings können wir Ihnen dabei eins nicht ersparen: Sie müssen, gerade wenn der Urlaub kurzfristig stattfinden soll, flexibel sein, denn viele Wintercamping-Plätze, auch in den Mittelgebirgen, sind schon sehr früh ausgebucht und man braucht durchaus auch Glück, um per Telefonanmeldung oder im Internet noch einen Stellplatz in Pistennähe zu ergattern. Aber es lohnt sich.

Ein Wintervorzelt gehört dazu. (Foto: Groß)

Ein Wintervorzelt gehört dazu. (Foto: Groß)

 

Vor dem Start gilt es, Ihr Fahrzeug wintertauglich zu machen. Das reicht vom Frostschutz bis hin zu der richtigen Profiltiefe der Winterreifen, was – je nach Reiseziel – durchaus wichtig ist. Außerdem sollte man sich auch rechtzeitig darüber informieren, ob Schneeketten mit ins Gepäck gehören. Ihren Gebrauch sollte man übrigens daheim in jedem Fall mal üben. Es wird wesentlich leichter gehen, wenn man sich fürs Wechseln einen festen Untergrund, sowie einen möglichst geschützten Bereich aussucht und noch besser wird es gehen, wenn man das Ganze schon mal geübt hat und Unterlegematten dabei hat, auf denen man knien kann.

Wenn Sie dann angekommen sind: Bitte die Handbremse am Caravan lösen, damit nichts festfrieren kann, Hängerkupplung und Bremse abdecken, Spindeln und Kurbelstützen einfetten, damit nichts vereist. Jetzt müssen Sie außerdem noch wissen, ob die Wassertanks ihres Fahrzeugs frostsicher verlegt sind und was Sie Ihrer Heizung zumuten können. Bitte kommen Sie nicht auf die Idee Zwangslüftungen zu versperren. Die sind eine zusätzliche Sicherheit für Sie, auch wenn empfindliche Naturen vielleicht doch mal einen kalten Luftzug spüren. Wenn es Sie doch erwischt hat, hilft ein Fön, mit dem gefrorene Leitungen ebenso wieder aufgetaut werden können, wie durch Schnee verstopfte Heizungskamine wieder freigelegt werden. Wenn möglich, stellen Sie generell Caravan oder Reisemobil möglichst auf schneefreiem Untergrund auf, damit keine Lüftungsöffnungen oder Abläufe blockiert werden. Sollte das nicht – mehr – möglich sein, weil es eben so geschneit hat, dann ist es notwendig, den Schnee möglichst gut wegzuräumen, denn die Heizung erhält so genügend Frischluft und wird problemloser funktionieren.

Sind Sie per Reisemobil unterwegs, ist der Einsatz einer entsprechenden Thermomatte zu empfehlen, denn durch die großen Frontscheiben entstehen natürlich auch Kältebrücken. Beim Reisemobil: Fahrgastraum per Thermomatte oder Thermovorhang vom Wohnbereich zur Vermeidung von Kältebrücken sorgfältig trennen.

 

Winterromantik auf dem Campingplatz (Foto: Groß)

Winterromantik auf dem Campingplatz (Foto: Groß)

Isolierend wirkt durchaus auch ein Vorzelt. Es gibt kleinere Varianten, sogenannte Wintervorzelte, die ihren Zweck als Kälteschleuse erfüllen. Wenn Sie das Wintercampen erst mal ausprobieren, keine Sorge, Sie kommen auch ohne aus, allerdings sollten Sie sich dann vielleicht einen entsprechenden Bodenbelag organisieren, denn selbst der schönste gefrorene Schnee taut mal auf und Sie haben dann den Schneematsch schnell im Fahrzeug, wo man ihn nicht wirklich gerne haben möchte. Sorgen Sie bitte auch für genügend Gasvorrat. Je nachdem, wie kälteempfindlich Sie sind, braucht man im Winter einfach mehr – möglichst reines – Propangas. Das sonst gebräuchliche Butan vergast nämlich bei Minustemperaturen nicht. Insofern ist es natürlich gut, zu wissen, ob der ausgesuchte Campingplatz ebenfalls den Tausch von Gasflaschen anbietet. Außerdem sollten Caravan oder Reisemobil auch über eine Truma Duomatic verfügen, damit – natürlich passiert das immer nachts – von der leeren auf die volle Gasflasche umgeschaltet wird. Und natürlich ist dann im Winter auch ein Truma Eis-Ex empfehlenswert, was verhindert, dass die Regler einfrieren.

Natürlich ist es notwendig, alles vielleicht noch ein bisschen genauer vorzubereiten. Aber insgesamt bietet Wintercamping, gleich ob im Gebirge oder in den Mittelgebirgen, jedem die Gelegenheit zu einem ganz besonders intensiven Naturerlebnis. Ein Spaß, den man sich durchaus auch mal gönnen sollte.

Viktoria Groß