Die Präsidenten des Deutschen Camping-Clubs

Untrennbar mit der Geschichte des DCC verbunden sind die Präsidenten des Clubs, die Deutschlands Camping-Fachverband im Laufe der Jahrzehnte das Gesicht gaben, das ihn heute noch auszeichnet. Um 1948 wusste nämlich noch kaum jemand in Deutschland etwas über Camping, wenn es auch in den umliegenden europäischen Ländern – teilweise bereits seit Jahrzehnten – eine gerne gelebte Freizeitbeschäftigung war.
Dr. Max Eckert – DCC-Präsident von 1948 - 1964
Bereits als Präsident des Deutschen Kanuverbandes förderte Dr. Max Eckert die Zeltbewegung unter „Flußwanderern“. Während ausgedehnter Kanutouren war damals das Zelten entlang der Flüsse die einzige Gelegenheit zum Übernachten gewesen.
1947 wurde er von Mr. Lindsey, dem Leiter der Jugendabteilung des Camping Club of Great Britain und Ireland in München besucht. Die Herren kannten sich aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg, als man gemeinsam in der internationalen Camping-Organisation, der heutigen FICC zusammengearbeitet hatte.
Nach mehreren Anläufen gelang es, 1948 den DCC in München zu gründen. Dr. Max Eckert erkannte gleichzeitig aber auch die Chancen, die das Transportmittel Auto für die Ferienform Camping bot. Gleichzeitig stellte er die Weichen für die Entwicklung des DCC. Das begann 1949 mit der Veröffentlichung des ersten DCC Campingführers. Es handelte sich damals um ein erstes, handgroßes, dünnes Zeltplatzverzeichnis. Zeitgleich gründete er die Touristikabteilung und rief die Clubzeitschrift CAMPING ins Leben. In seine Amtszeit fiel auch die Entstehung von Freizeitmessen unter Beteiligung des DCC. Für die „Bundesfachschau des Deutschen Camping-Clubs“ suchte – und fand – er 1958 das endgültige Daheim, die Messe in Essen. Vom 26. April 1958 an fand seit damals regelmäßig in Deutschlands bevölkerungsreichstem Bundesland Nordrhein-Westfalen eine Frühjahrsmesse statt, bei der die Besucher die Gelegenheit erhielten, sich nicht nur über neue Reiseziele, sondern auch über die Neuheiten aus dem Bereich Fahrzeugbau und Zubehör zu informieren.
Weitere wichtige Aspekte in der Außenwirkung:
1953 stellte die bayerische Staatsregierung die erste Campingverordnung zum Bau und zur Ausstattung von Campingplätzen vor – sie basierte inhaltlich auf Vorschlägen des DCC und hatte Vorbildcharakter für die gesamte Bundesrepublik. Innerhalb weniger Jahre brachten alle Bundesländer nach dem Muster von Bayern Campingverordnungen heraus.
Pünktlich zur ersten Essener Frühjahrsmesse, 1958, lobte der damalige Bundesminister für Verkehr, Hans-Christoph Seebohm den DCC dafür, dass er sein Zeichen, das DCC-Logo, für die Beschilderung der Campingplätze entlang „deutscher Fernstraßen“ freigegeben habe. Dies sei eine „verdiente Anerkennung der Bestrebungen aller mit der Regelung und Förderung des Campingwesens befassten Kreise“.
Auch innerhalb des DCC ging es weiter: Der Bau des ersten DCC-Campingplatzes in Kehl am Rhein fällt ebenfalls ins Jahr 1958. In den Jahren darauf folgten weitere Plätze, die für die damalige Zeit als „Mustercampingplätze“ richtungsweisend waren. So viel Einsatz wurde belohnt: Dr. Max Eckert war Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse und erhielt die DCC-Ehrennadel in Gold und Brillanten.
Friedrich Alexander von Horn – DCC-Präsent von 1964 - 1970
Der zweite DCC-Präsent kam bereits aus den aktiven Clubs des DCC. Er hatte 1954 den CC Bremen gegründet und danach den Landesverband Weser-Ems. Als DCC-Präsident sah er seine Aufgabe darin, die DCC-Leistungspalette um den Familien-Camping Wettbewerb, den heute noch äußerst beliebten „Zeltsportstander“ und das „Goldene Zelt“ zu erweitern. Außerdem brachte er sich und damit den DCC intensiv in die Arbeit der DIN-Normenausschüsse ein und rief den DCC-Feriendienst, die Möglichkeit, bestimmte Stellplätze auf den DCC-Campingplätzen zu reservieren, ins Leben.
Besonders am Herzen lag ihm der Bau clubeigener Campingplätze. Es gelang ihm, dafür durchaus auch die Ortsclubs zu begeistern. Sein Ziel war es, den Menschen die Gelegenheit zu geben, am Wochenende schnell im Grünen zu sein und somit dem Alltag zu entfliehen. Wie wichtig auch kleine Beiträge sein können, bewies er mit der Einführung der „Baustein-Aktion“. Damit trug er entscheidend zur Endfinanzierung des DCC-Ferien- und Freizeitzentrums „Stadt Essen“, des ehemaligen DCC-Campingparks „Oberer Lechsee“ in Lechbruck bei. Für seine Verdienste um den Club erheilt er die Goldene Ehrennadel des DCC.
Egon Skorczewski – DCC-Präsident von 1970 - 1982
Er hatte 1953 den heutigen DCC-Landesverband Berlin gegründet, der damals noch „Sektion Berlin“ hieß. Schon damals war er aktiv und setzte sich vehement für den Bau mehrerer Stadtcampingplätze für „seine“ Berliner ein. Nach der Wahl zum DCC-Präsidenten verfolgte er sein Hauptanliegen auf DCC-Ebene weiter. In seiner Amtszeit wurden die DCC-Mustercampingplätze in Bad Gandersheim und der Truma-Campingpark in Tecklenburg-Leeden fertig gestellt. Außerdem begann er mit dem Bau des Campingparks in Dinkelsbühl. Zusätzlich war er in den DIN-Normenausschüssen aktiv, wo er als Vorsitzender fungierte. In der FICC begann er als Vizepräsident, bevor er 1981 FICC-Präsident wurde. Der DCC belohnte seine Verdienste ebenfalls mit der Goldenen Ehrennadel.
Walter Krey – DCC-Präsident von 1982 - 1994
In den 80er Jahren vermehrten sich die Caravangespanne auf deutschen Straßen stark. Die Politik reagierte mit einem deutschlandweiten Überholverbot für Caravangespanne an Steigungen. Für Caravaner, die hinter Lkws herfahren mussten bedeutete das Getriebeprobleme. Dank eines Gutachtens durch Professor Christian Danner gewann der DCC einen Prozess, den er gegen die Bundesregierung anstrengte. Das deutschlandweite Überholverbot für Gespanne an Steigungen wurde aufgehoben. Ähnlich erfolgreich agierte der Club auch beim Thema Sonntagsfahrverbot für Gespanne. Der bayerische Innenminister Merk erließ ein Sonntagsfahrverbot für Caravangespanne. Begründung: Sie würden durch die für sie geltende Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 80 den Verkehr behindern. Der DCC intervenierte erfolgreich. Das Hauptargument: Das Lkw-Fahrverbot diente ja zur Förderung des Tourismus-Verkehrs und genau dazu gehören die Gespanne ja auch. Weitere Meilensteine in der Präsidentschaft von Walter Krey: In Schleswig-Holstein wurde in den 70er und 80er Jahren versucht, die Auflagen für Hygienemaßnahmen auf Campingplätzen so hoch zu setzen, dass die notwendigen Investitionen, einen Campingplatz zu bauen, für Campingplatzunternehmer nicht mehr finanzierbar waren. Walter Krey initiierte eine Kompromissformel, die die notwendigen Investitionen auf ein erträgliches Maß beschränkte, gleichzeitig aber auch die notwendige Entsorgung der Fäkalientanks auf Campingplätzen sicherstellte. Zur gleichen Zeit repräsentierte Krey den Deutschen Camping-Club auf zahllosen Veranstaltungen im In- und Ausland.
Mit dem Fall der Mauer und der Wiedervereinigung Deutschlands 1989 kamen für den Campingtourismus die nun wesentlich angenehmer erreichbaren Gebiete im Osten Deutschlands dazu. Hier gelang es dem DCC relativ zügig seine Organisation auszuweiten. Die Landesverbände Brandenburg, Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern gründeten sich und wurden ebenfalls für zahllose Camper zur Heimat.
Dr. Hans-Josef Giesen – DCC-Präsident von 1994 - 2006
Er war bereits unter Walter Krey als Schatzmeister tätig gewesen und übernahm 1994 das Amt des Präsidenten. Dr. Giesen war seit 1985 Mitglied im DCC und zunächst im LV Mittelrhein aktiv. Von 1994 an leitete er die Geschicke des Clubs, den er nicht nur deutschlandweit vertrat, sondern auch international im Rahmen seiner FICC-Ämter. Bei der FICC arbeitete er als Vizepräsident und später als Verwaltungsratsmitglied aktiv nicht nur für die Belange der Camper in Europa, sondern auch für den DCC. Damit half er über die Grenzen des Clubs hinaus mit, der Campingbewegung in der Bundesrepublik zu dem hohen Stellenwert zu verhelfen, den sie inzwischen – zu Recht – hat. In seine Amtszeit fiel unter anderem zum 1.4.2005 die Erlaubnis für Reisemobilisten, mit Fahrzeugen bis zu einem Gesamtgewicht von 7,5 Tonnen auf Autobahnen und autobahnähnlich ausgebauten Kraftfahrstraßen Tempo 100 zu fahren. Für Caravangespanne wurde der Modellversuch „Tempo 100“ im Oktober 2005 erneut erweitert. Die bislang geltende Möglichkeit, sein Fahrzeug für Tempo 100 zuzulassen, wurde neu und camperfreundlicher geregelt.
Dipl.-Ing. Karl Zahlmann – DCC-Präsiden seit 2006
Karl Zahlmann kommt aus dem Landesverband Niedersachsen und war zum Zeitpunkt seiner Wahl zum DCC-Präsidenten bereits seit 31 Jahren Mitglied des Clubs. Er hat sich in verschiedensten Ämtern innerhalb der DCC-Organisation eingebracht. Sein oberstes Ziel ist es, Kontinuität bei der Arbeit des DCC für die Belange der Campingbewegung sicherzustellen. Sein besonderer Einsatz gilt der aktiven Tätigkeit direkt an der Basis. Für den DCC engagiert er sich nicht nur auf Länderebene, sondern ist auch im Verwaltungsrat der FICC vertreten. 
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